Der geborene Stilist: Salvador Dalí

Stilist Salvador Dalí

Mit Sechs möchte er Köchin werden, er besteht auf der weiblichen Form. Mit Acht träumt er davon Napoleon zu sein. Mit Zwölf sieht sich der Knabe als Salvador Dalí. – Er ist Salvador Dalí.

„Oh Salvador, Du weißt es jetzt, wenn du das Genie spielst, dann wirst du eins!“
Salvador Dalí¹

Der exzentrische Dan­dy­is­mus Salvador Dalís „zeigte sich schon bald nach dem zehnten Lebensjahr“, notiert Fleur Cowles in ihrer Biographie² über den Maler.

Stilist Salavador Dalí

„Er war noch nicht fünfzehn, als seine Koteletten bereits über die Hälfte der Backen wuchsen, als er seines Vaters Meerschaumpfeife – zweifellos ohne dessen Erlaubnis – rauchte und seinen Schlips mit einer ungeheuren griechischen Silbermünze mit einem Frauenprofil feststeckte.“

Bereits als Teenager führt Dalí einen Spazierstock mit sich. Unter zahlreichen verschiedenen ziert sein Lieblingsstock ein goldener zweiköpfiger Adler als Griff – „ein Zeichen seiner lebenslangen Vorliebe für königliche Symbole. Je älter er wurde, desto phantastischer wurde seine Erscheinung (…).“

Stilist Salvador Dalí und Man Ray
Salvador Dalí und Man Ray, 16. Juni 1934 in Paris, Fotograf Carl van Vechten.

Die Kunst, du selbst zu sein

„Jeden Morgen, wenn ich erwache“, schrieb der Maler einmal, „erlebe ich die allergrößte Freude: nämlich Salvador Dalí zu sein.“ Dieser hat nicht nur gemalt, er hat auch viel geredet. In Erinnerung bleiben Sätze wie diese: „Der einzige Unterschied zwischen einem Verrückten und mir ist der, daß ich nicht verrückt bin. (…) Der Unterschied zwischen einem Surrealisten und mir ist der, dass ich Surrealist bin.“³

Das Markenzeichen des dandyesken Katalanen, der gezwirbelte Schnurrbart, ist Gegenstand des Buches Dali’s Mustache (1954). Salvador Dalí erstellte es zusammen mit Philippe Halsman (1906–1979), einem befreundeten Porträt- und Modefotografen.


Sofa Bocca – eine Hommage an Salvador Dalì

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Salvador Dalí (1904–1989)

Als einer der Hauptvertreter des Surrealismus zählt Salvador Dalí zu den bekanntesten Malern des 20. Jahrhunderts. Um das Jahr 1929 findet Dalí seinen persönlichen Stil und sein Genre – die Welt des Unbewussten. Schmelzende Uhren, Krücken und brennende Giraffen werden zu Erkennungsmerkmalen in Dalís Malerei. Dalís technisches Vermögen erlaubt es ihm, seine Bilder in einem altmeisterlichen Stil zu malen, der gleichsam an den späteren Fotorealismus erinnert.


¹ „Dalí. Die Gemälde“, Taschen Verlag 2007, S. 11.
² Vgl. Fleur Cowles: „Salvador Dali. Biografie“; Verlag Langen Müller 1981; S. 46 f.
³ Vgl. „Dalí. Die Gemälde“, Taschen Verlag 2007, S. 11.
Beitragsbild: Salvador Dalí 1934, Fotograf Carl van Vechten. Via Van Vechten Collection.

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